Sunday, December 4, 2011

Vietnam


Wie im vorherigen Bericht ueber unsere letzten Wochen in Australien bereits angefangen, werde ich nun auch in Asien vermehrt in die persoenlichen Reiseerfahrungen eine Top- und Flopliste einbauen. Dies bringt dem Leser den Vorteil, dass Reisen in diese Laender vorher besser geplant und fern von Reisefuehrern aus einer rein subjektiven, aber freundschaftlich, objektiven Sichtweise gelesen werden kann. Mir als Schreiber hingegen bietet es darueber hinaus die Moeglichkeit, die Erfahrungen noch besser zu reflektieren und den Reisebericht chronologisch aufzubauen, ohne dabei wichtige Etappen zu vergessen, oder mich zu viel im Detail zu verlieren. 

Am 6. November 2011 haben wir Melbourne gen Hanoi, Vietnam, nun endgueltig verlassen und konnten uns auf unserem 17 Std. Flug ueber Shanghai bereits ein wenig einstimmen. Denn 98,7% aller Flugzeuginsassen waren asiatischer Abstimmung. Nicht schlimm aber mit einmal auch ganz schoen befremdlich. Sind wir als „Langnasen“ von nun an die Exoten. Ein Zustand an den man sich auch erstmal gewoehnen muss. Auch sind Asiaten nicht gleich Asiaten, obwohl sie auf dem asiatischen Kontinent wohnen. Vorab eine kurze Erlaeuterung als Erklaerung fuer meine kommenden Aeusserungen. Der Tuerke hat z.B. ganz andere Verhaltensweisen als der Deutsche. Wie benimmt man sich in der Oeffentlichkeit, auch im Bezug auf Hygiene bestehen kulturell ebenso wie geografisch ganz enorme Unterschiede. Diese Liste kann man endlos weiterfuehren aber sie soll nur zum Ausdruck bringen, dass die Asiaten eben nicht ueberall Meister im kopieren sind, genauso wenig wie die Europaer nicht ueberall mit den deutschen Tugenden beschrieben werden koennen.

In Shanghai, unserem dreistuendigen Zwischenstopp, erlebten wir die ersten gravierenden Unterschiede. Wenn z.B. in Deutschland ein Mann ein Nasenloch zu haelt und kraeftig durch das andere ausatmet, um dies vom „Rotz“  zu befreien, so passiert das meistens bei Freiluftballsportarten. Nicht aber in den von uns bisher bereisten Laendern. Wir erlebten dies das erste Mal auf dem Flughafen in Shanghai, inmitten von Sitzreihen der wartenden Passagiere entledigte sich ein „Asiate“ eines scheinbar unangenehmen „Popels“ in bester Fussballermanier. Auch ist dies in Vietnam auf der Strasse eine oft gesehen Geste und bringt keinem ausser uns ein Ekel ins Gesicht. 

Nach unserer Ankunft in Vietnam erwarteten uns mit Tony und Robin zwei Freunde aus Chemnitz, welche mit Stephan und mir die kommenden 2 Wochen zusammen reisen sollten. Das man jmd. am Flughafen hat, der einen direkt ins Hotel faehrt ist in Laendern wie diesen ein richtiger Seegen. Erwarten einen doch immer heuschreckenartig gefuehlte 200 Maenner die in Manier eines Boersianers ihr Hotel, Taxi und weiss der Geier was noch wild durcheinander schreiend anbieten. Jeder macht einen besonderen Preis und diesen „nur“ fuer dich. Das ist jedesmal wenn man irgendwo ankommt der Fall, egal ob das am Flughafen, Bahnhof oder der Bushaltestelle ist. Meist uebermuedet und „geschlaucht“ von der Reise ist es schwer auch ein zehntes Mal innerhalb von 20 Sekunden ein freundliches „No thank you“ oder „please wait“ ueber die Lippen zu bringen. Jedoch sollte man sich dabei immer bewusst sein, dass gerade diese Menschen mehr als nur abhaengig davon sind „Kundschaft“ zu bekommen und daher keinen anderen Weg sehen/kennen als diese aggressive Produktpolitik. Als Tipp sei hier genannt, dass es sich anbietet vorher ein Hotel zu reservieren oder zumindest zu wissen wo man hin moechte. Somit muss man sich lediglich ein Taxi bzw. „Tuk Tuk“ organisieren und den Preis verhandeln. 

Zurueck zu Hanoi. Die ersten beide Tage verbrachten wir nun in Vietnams Hauptstadt und waren voellig ueberrollt vom alltaeglichen Leben da. Smog, Laerm, Geruesche, Mopeds, Hupen, Haendler an jeder Ecke und viel Dreck bestimmen die Sinne des Betrachters. Es geht da zu wie in einem Ameisenhaufen. Jeder hat was zu tun aber so richtig produktiv scheint das nicht zu sein. Am ersten Tag liefen wir einfach nur durch die vielen kleinen Strassen, bestaunten mehrfach das Chaos der elektischen Oberleitungen und entschieden uns nach zaehen Verhandlungen mit der Reiseverkaufsfrau fuer eine dreitaegige Tour durch Halong Bay, welche 150km noerdlich von Hanoi gelegen ist und kommen damit zum ersten Flop dieses Artikels und unserer Asienreise.

Halong Bay ist wirklich wunderschoen und ich wuerde behaupten das jeder Blick ein Foto wert ist. Gruen bewachsene Berge, welchen den Betrachter teilweise an die Spitzen der mexikanischen Huete erinnern, treffen auf das Wasser des Golf von Tonkin. Mehr als 2000 dieser inselartigen, fast schon majestaetich wirkenden Felsen praegen die Landschaft von Halong Bay. Ein „wow“ kam uns schon immer mal wieder ueber die Lippen. Wer schon mal den Sueden von Thailand bereist hat, der weiss ungefaher von was ich spreche, denn Halong Bay ist der grosse Bruder aller dieser Buchten. Trotz aller Schoenheit bleibt uns dieser dreitaegige Besuch nicht so schoen in Erinnerung wie es klingen mag. Denn drei Tage wurden wir von „Highlight“ zu „Highlight“ gejagt und bekamen ueberall eine Zeit vorgegeben wann wir wieder auf dem Boot sein sollten. Ob beim Rundgang durch Hoehlen, Kajakfahrten, Inselerkundungen oder gar Esssen, jedes Mal sass uns die tickende Uhr unseres Reiseleiters im Nacken. Nach all den „freien“ Entdeckungen in Australien war das speziell fuer Stephan und mich ein Schock der uns lange im Gedaechtnis bleibt. Das wir richtig Glueck hatten mit unseren Reisepartnern aus Holland, Norwegen und Frankreich sei an dieser Stelle noch schnell erwaehnt. Tony war als Entertainer in seinem Element und die anderen kannten den Weg zur Bar recht genau. Als Fazit zu dieser Etappe wuerde ich sagen, Halong Bay ja, aber „NIE“ wieder mit einer gefuehrten Tour. Wenn man sich ein wenig Zeit nimmt und das ganze selbst plant und sich selbst ein Boot ohne Reiseleiter organisiert, dann kann man das alles viel besser geniessen.

Zurueck von Halong Bay verbrachten wir erneut einen Tag in Hanoi, bevor es mit dem Nachtbus nach Hue (spricht man Hway aus) ging. Zehn Stunden Fahrt in einem Bus sind wahrlich kein Zuckerschlecken. Auch das es ein „Schlafbus“ war, machte es nicht unbedingt besser, aber wir sind jung und lieben das Abenteuer. In Hue angekommen erwartete uns schon die Schaar von schreienden Schleppern und das war nach einer Nacht im Bus gleich der richtige Wachmacher. Wir checkten in einem kleinen Hotel ein und mieteten uns Mopeds, denn auf keinen Fall wieder irgendeine gefuehrte Tour, da waren wir uns alle einig.

Hue ist ganz sicher zu empfehlen. Besichtigen kann man hier Tempel, Pagoden sowie einen Kaiserpalast. Auch mit dem Wissen einen Ort zu besuchen, welcher seit 1993 zum UNESCO Weltkulturerbe gehoert macht  es lohnenswert. Jedoch sollten dafuer nicht mehr als 2 Naechte/ Tage eingeplant werden.
Am naechsten Morgen hiess es fuer uns dann schon wieder Rucksack packen und erneut  Busfahren. Hoi An, unser persoenliches Highlight von Vietnam, sollte Ziel der naechsten Etappe werden. Die Fahrt war angenehm und zeigte uns Abseits grosser Staedte das „urspruengliche“  Vietnam. Zudem fuehrte uns die Fahrt ueber den „Wolkenpass“ , welchen wir in Alpenmanier bezwangen.

In Hoi An angekommen buchten wir uns in einem super schicken Hotel (Sunflower) ein, welches dazu noch echt billig war. Vorab sollte man wissen, dass Hoi An oft nicht zu erreichen ist, da Strassen durch Ueberschwemmungen gesperrt sind. Wir jedoch hatten Glueck und konnten die Schoenheit und den Charme dieser kleinen Stadt erkunden. Leider waren wir hier viel zu kurz. 3 Tage sollte man hier bleiben um die alten Gassen, das bunte Marktleben sowie die Straende zumindest so zu geniessen das man sich nicht wie auf der Flucht fuehlt. Darueberhinaus ist Hoi An beruehmt fuer seine Schneiderkuenste und vietnamesische Handwerkskunst.

Nach 36 Std. war unser Besuch leider schon wieder beendet und wir fuhren mit dem Nachtzug nach Nha Trang. Der Zug war zwar US$10 teurer als der Bus, aber auf ein weiteres Erlebnis wahnsinniger Enge hatten wir alle keine Lust. So buchten wir ein Schlafabteil und ich muss sagen, dass es mehr als nur 10x besser war als mit dem Schlafbus. Dies ist auch als Tipp zu hinterlegen. Wenn man nicht jeden Dollar 2x drehen muss, dann wuerde ich den Zug immer vor dem Bus waehlen. Denn dieser ist schneller und man viel mehr Moeglichkeiten sich mal zu strecken und einen Meter zu laufen.

In Nha Trang angekommen checkten wir im Greenpeace Hotel ein. Auch dies ist ein richtig tolles, sowie super modernes Hotel welches vom Backpackerbudegt locker zu zahlen ist. Jedoch ist Nha Trang in der Kategorie Flop zu finden. Denn dieser Ort ist das Palma von Vietnam. Viel Party, keine, bis wenig Kultur und zudem auch sehr teuer. Der Tip der sich aus unserer Erfahrung ableiten laesst ist, dass man dahin fahren kann oder sogar sollte um die oertlichen „Easy Rider“ zu treffen. Diese Gruppe sehr erfahrener Guides fahren einen fuer einen vernueftigen Preis mit ihren Motorraedern bis zum Ende der Welt wenn man das unbedingt will. Das ist laut Berichten von Menschen welche wir unterwegs getroffen haben ein „Muss“. Auch wir hatten dies urspruenglich auf dem Zettel, aber auch im Urlaub ist es wie in der Schule, meistens waren wir sehr unvorbereitet und haben uns dann irgendwie durchgemogelt. So kam es, dass wir Nha Trang mit dem Bus gen Dalat verliessen und uns schon nach wenigen Kilometern aergerten das nicht mit den „Rockern“ getan zu haben. Der Weg in diese Bergstadt war gepflastert mit wunderschoenen Doerfern, satt gruenen Schluchten und Wasserfaellen. Wenn man sich Vietnams Urwaelder im Kopf ausmalt, dann bekommt man da das Original zu sehen. Die hollaendischen Reisefreunde buchten die Jungs fuer 3 Tage und waren voellig begeistert. Die „Rocker“ halten an wenn der Sozius das moechte oder wenn sie einen Geheimtipp aus der Tasche ziehen und davon gab es laut der Maedels eine Menge. Man schlaeft in Hotels, bei Einheimischen oder Budgetunterkuenften, jeder wie er es gern mag. 

In Dalat angekommen checkten wir im besten Hotel am Platz ein, fuer US$14/Person und erkundeten am Abend bei der Suche nach etwas Essbaren die Stadt. Dieser Ort ist umringt von Bergen und ist daher etwas kuehler als der Rest des Landes. Wer auf ruhige Stunden steht und sich fuer 2 Tage der Welt entsagen moechte, der ist in Dalat herzlich willkommen. Jedoch sollte man da keine Bergidylle erwarten, sondern viel mehr Abwechslung von der Kuestelandschaft des bisher gesehenen.

Am naechsten Tag ging es dann mit dem Bus schon wieder weiter in den naechsten Ort. Das Ziel unserer vorletzten Etappe in Vietnam war Ho Chi Minh oder auch Saigon genannt. 

Nach einer erneuten knapp 9 stuendigen Tour durch Waelder, Doerfer und sehr holprigen Strassen erlebten wir nach knapp 10 Tagen wieder das illustre Treiben einer Metropole. Tony’s Kommentar war „ich wette die Strassenverkehrsordnung besteht aus einem weissem Blatt Papier“. Wer das schon Mal erlebt hat, der kann dieser Aussage nur beipflichten. Worte koennen das Chaos nicht beschreiben. Hinzu kam noch, dass Vietnam an diesem Tag irgendeinen suedostasiatischen Fussballcup gewonnen hat. Man stelle sich vor, Deutschland gewinnt die WM und 2 Millionen Menschen fahren gleichzeitig mit dem Moped um die Siegessaeule. So und teilweise noch chaotischer sind die Strassenverhaeltnisse in Vietnams Grossstaedten zu beschreiben.
Am naechsten Morgen verliessen wir Ho Chi Minh etwas gestresst gen Chau Doc. Dies ist der letzte Ort vor der Grenze zu Kambodscha. 

Sicher haetten wir dieses Land auch intensiver bereisen koennen wenn wir besser vorbereitet gewesen waeren und sicher denken sich einige beim Lesen das diese Reise vom Norden in den Sueden purer Stress war. Das war es aber wirklich nicht. Wir vier hatten eine wirklich schoene Zeit in Vietnam und haben uns damit einen Traum erfuellt dieses Land einmal zu bereisen. Sicher ist, dass wir Vietnam genossen haben, aber bestimmt nicht wieder hier her kommen werden. Dafuer bieten Nachbarlaender doch so viel mehr an Natur und so viel mehr Kultur. Wer dennoch neugierig darauf ist, der sollte sich von meiner Einschaetzung nicht abschrecken lassen und die im Folgenden grob aufgefuehrte Reiseroute fuer ca. 18 Tage einschlagen.
Flug nach Hanoi: Hanoi nach Halong Bay (unbedingt auf eigene Faust organisieren!!!!) und nach 2 Tagen weiter nach Sapa (Bergregion zum wandern und entdecken im Norden von Vietnam). Nach 2 Tagen Sapa zurueck nach Hanoi oder fuer die Harten gleich direkt durch nach Hue. Da wuerde ich 2 Tage bleiben und die oertlichen Sehenswuerdigkeiten via Moped selbst entdecken. In Hue muss auch geschaut werden, ob der Weg ins schoene Hoi An befahrbar ist. Wenn dies moeglich ist, dann mindestens 2 Naechte in Hoi An einplanen.  Von Hoi An nach Nha Trang mit fahren und sich da von den oertlichen „Easy Ridern“ finden lassen. Eine Nacht kann man in Nha Tran bleiben um sich auf die Tour nach Dalat vorbereiten. Wenn man zeitig am Morgen ankommmt, kann man sich auch da Mopeds ausleihen und ein wenig an der schoenen Kuestenstrasse entlang fahren oder baden gehen. Nach 3 Tagen auf dem Motorrad bietet Dalat eine gute Moeglichkeit mal abzuschalten, aber mehr als 2 Tage wuerde ich nicht empfehlen.  Die letzten 2 Tage in Ho Chi Minh zum shoppen nutzen und dann ab zurueck nach Hause.

Bis bald und schoene vorweihnachtliche Gruesse von Stephan und mir!!!










Thursday, November 24, 2011

Reisebericht und Fazit

Knapp 4000km Westkueste, sowie 2 Grenzuebergaenge und 2 Zeitzonen  spaeter haben wir nach 6500km am 23. Oktober 2011 unseren Ausgangsort Melbourne wieder erreicht. Es war fuer mich persoenlich das Ende von einem 8 Jahre langen Traum. Einmal wollte ich Australien umrunden und dies ist Stephan und mir nun gelungen. Aber zurueck zum Ausgangspunkt dieser 6500km. Ich muss vorab sagen, dass dies aus einer rein subjektiven Sicht berichtet wird und sich nicht ganz mit Stephans Empfindungen und Eindruecken deckt. Ueber all die Jahre habe ich von vielen Menschen gehoert, dass der Westen von Australien so viel schoener als der Osten ist und dies ein MUSS ist, wenn man dieses Land bereist. Ich kann nun sagen, dass sich dieser Abschnitt auf meiner Liste, der schoensten von mir bereisten Flecken dieser Erde, nicht unter den Top 10 zu finden ist. Natuerlich gab es Highlights welche ich auf keinem Fall missen moechte und natuerlich weiss ich, dass es auf dem Weg immer mal wieder Momente gibt, welche nicht das Interesse des Reisenden trifft, aber leider war es eben in diesem Abschnitt zu viel der oeden und tristen Landschaft welche das Bild von Australien meist widerspiegelt. Aber nichts desto trotz gehoeren diese 6500km ebenso zu diesem Blog wie all die anderen und sind daher nicht zu vergessen.

Ich stelle nun im Folgenden eine Art Liste bereit, welche meine persoenlichen Tops und Flops aufzeigt.

Top:
Broome und sein Cable Beach: dazu haben wir ja nun schon ausfuehrlich berichtet und unser beider Leben von 12 Wochen an diesem Ort gehoert fuer mich zu den 3 schoensten Geschichten der ganzen Reise durch den 5. Kontinent.

Pinnacles:  Aus meiner Sicht ein absolutes MUSS wenn man schon mal da ist. Die Pinnacles sind eine Art Steinskulpturen die ueber die Jahrtausende vom Wind und Sand verformt und geformt wurden. Die Schoenheit wird untermalt mit grell gelben Sand und bei unserem Glueck blauem Himmel, welche das Herz und Auge eines jeden Hobbyfotografen hoeher schlagen laesst. Die Besucher koennen zu Fuss oder per Auto durch diese Wueste fahren und es bieten sich immer wieder Moeglichkeiten zu stoppen und durch dieses fast schon labyryntaehnliche Natur zu laufen und zu entdecken.

Perth: Diese Stadt war fuer mich nach etwas mehr als 7 Monaten endlich eine Grossstadt. Es war wunderschoen mal wieder oeffentliche Verkehrsmittel zu nutzen, durch Einkaufszentren zu schlendern und das alltaegliche Treiben einer Stadt zu erleben. Leider lies unser Zeitplan nicht mehr als 3 Tage zu und wir konnten uns nicht so sehr austoben wie wir beide das eigentlich lieber getan haetten. Bei schoenen Wetter und etwas Motivation fuer ausgedehntes Herumlaufen hat diese Metropole im Westen sehr viel schoenes zu bieten.

Margret River:  MR ist ein ein wundervoller Ort mitten im Gruenen und fuer Surfer einer der „Hot Spots“ der Szene. Stephan und ich hatten das Glueck Katharina da zu wohnen zu haben und somit bot sich uns die Gelegenheit das Auto fuer 3 Tage gegen Haus und Bett zu tauschen. Leider schmeckte mir der Alokohl am ersten Abend doch zu sehr als das ich am naechsten Tag in der Lage war mehr als nur das Bett zu sehen. Jedoch bleibt dieser Ort in toller Erinnerung und ist stets eine persoenliche Empfehlung.

Cape La Grande & Lucky Bay: Ein von Gott gekuesster Flecken Erde welcher von so weissem, weichem Sand gespickt ist, dass selbst das kristallklare Wasser in der Bucht zur Nebensache wird und der Besucher das Traeumen vergessen kann. Unsere Kameras liefen dann endgueltig heiss, als Kaenguruhs voellig unbeeindruckt am Strand herum huepften und uns unvergessliche Aufnahmen und Momente geboten wurden. Wenn man nicht den Zeitteufel im Nacken hat, so ist dies fuer 3 Tage sehr zu empfehlen.

Der neutrale Leser denkt sich nun sicherlich, was ist denn an dieser Westkuese jetzt so schlecht?  Die Antwort ist sehr einfach. Wenn diese von mir beschriebenen Orte nicht von einer Fahrt durch staubige, trockene, ja man kann es tode Erden nennen, gepraegt gewesen waere, so wuerde mein Fazit viel postiver Ausfallen. Ein Besuch der Westkueste ist mit sehr viel Zeit im Auto verbunden und eben auch vielen Tagen wo man nichts anderes sieht als „NICHTS“. 

Zu meinen Flops gehoerte am Ende die Zeit im Karajini NP, welcher uns zu den besten Orten der Westkueste hoch gelobt angepriesen wurde. Angekommen wollte ich eigentlich nur noch da weg. Sicher gibt es auch da Orte welche von unglaublicher Schoenheit gepraegt sind, aber dies ist ja auch eher subjektiv. So kam es, dass wir nach einer Tageswanderung durch eine Schlucht das Gaspedal von unserem Auto fanden und uns vom Acker machten.

Auch war ich von Coral Bay nicht sonderlich begeistert. Klar, toller Strand, kristallklares Wasser und Sonnenschein lassen das Urlauberfeeling perfekt erscheinen, aber war dieser Ort eben auch von Touristen belagert wie ein Colafleck von Ameisen. Haette ich vorher meinen Cable Beach in Broome nicht gelebt und geliebt, so waere Coral Bay sicher in besserer Erinnerung geblieben. Wer da wie Stephan das schnorcheln nicht lassen kann, dem sei ein Besuch auf jeden Fall zu empfehlen. Denn bereits nach 2 Metern sieht man die ersten Korallen und Fische des wohl mit schoensten Korallenriffes der Welt. Zum Schluss dieser Liste muss erneut die schier endlose Fahrt durch das „Nichts“ erwaehnt werden, um es noch einmal deutlich zu machen das knapp 3500km Outback bei sommerlichen Temperaturen kein Spass sind.

Nachdem wir die Westkueste und das gruene Zipfelchen im Sueden bereist hatten heiss es dann geraden Weges nach „South Australia“ und „Western Australia“, welches uns mehr als 3 Monate Heimat bot, zu verlassen. Geraden Weges auch deshalb, da ein „weiteres Highlight“ unsere Kameras in Staunen versetzen sollte. Die laengste Strecke ohne Kurve, 146,5km nur geradeaus ist zu dem oben genannten oeden „Outback“ Quaelereien nun noch dazu zu zaehlen. Man kommt einfach nicht um diese Strecke herum wenn man sich entschliesst einmal diesen Kontinent zu umrunden. Es ist wie an vielen Orten, man kann erzaehlen das man dies gesehen hat und  viel zu berichten gibt es dann auch nicht weiter.

Endlich in „South Australia“ angekommen, verfolgte ich eigentlich nur ein Ziel, „raus“ (zum Glueck infizierte ich auch Stephan damit)! Denn ein wenig lag uns der bereits beschriebene Zeitteufel im Nacken und dazu lockte die „Great Ocean Road“ im Bundesstaat „Victoria“, welcher Melbourne und damit auch den Ausgangspunkt unserer Reise beherbergt.

Nach einer regnerischen Nacht in Adelaide fuhren wir ziemlich zeitig los um unser Etappenziel an diesem Tag zu erreichen. Nach quaelenden 700km war es dann soweit und wir wurden in den kommenden 48Std von einer Schoenheit geblendet, dass es schwer faellt Worte zu finden. Klippen, Buchten, ueppiges Gruen und immer wieder der weite, schier endlose Blick auf das Polarmeer. Das unsere Kameras an diesem Abend heisser waren als „Frittenfett“ ist sicher nichts verwunderliches.

Nach 2 Naechten am 243km langen gruenen Schlauch und damit einem gelungenen Abschluss, haben Stephan und ich am Sonntag, den 23. Oktober 2011  unseren Ausgangspunkt Melbourne sicher und wohlbehalten erreicht. 

Unsere letzten beiden Wochen bis zur Ausreise gen Asien haben wir damit verbracht unsere „Lola“ gewinnbringend zu verkaufen und jeder von uns erfuellte sich noch seinen eigenen Traum. Stephan besichtigte eines der markantesten Wahrzeichen Australiens, den Ayers Rock und ich flog noch einmal, fuer meine Ansichten mit schoenste Stadt der Welt, nach Sydney.

Fazit:
Nach ueber 10 Monaten fern der Heimat etwa 25.000km Asphalt haben Stephan und ich ein unvergessliches Abenteuer beendet und tragen damit fuer den Rest unseres Lebens diesen Kontinent im Herzen. Das mit Asien ein weiteres, spannendes Abenteuer auf uns wartet ist gewiss, dennoch werden Australien und die fuer uns unvergessenen Erlebnisse mal mehr, mal weniger fuer Gespraechsstoff sorgen. Es war zudem nicht nur spannend sondern auch sehr lehreich. „Reisen bildet

Damit verabschieden wir uns mit einem „good bye“ aus Austalien und heissen Euch mit einem „ni hao“ in Asien willkommen.

Euer Stephan und Robert



 








Wednesday, October 12, 2011

On The Road Again

12 Wochen Broome koennen wirklich wie im Flug vergehen. Wenn ich darueber nachdenke, wie wir mit Romy zusammen hier ankamen, die ersten Naechte schwarz auf dem Campingplatz uebernachtet haben und nach einer guten Woche nix tun im Cable Beach Resort & Spa angefangen haben zu arbeiten, kommt es mir vor als waere es gestern gewesen. Die Zeit rennt unaufhaltsam wenn man arbeitet und einen geregelten Tagesablauf hat. Jetzt  sind wir wieder, bzw. seit acht Monaten zum ersten Mal zu zweit im Auto unterwegs, um den restlichen Teil Australiens zu entdecken. Wie sagen wir hier so schoen: We’re looking forward!

Um allen nochmals eine kurze Zusammenfassung unserer Zeit hier in Broome zu geben, versuche ich mich diesmal kurz zu fassen und am Ende die Bilder sprechen zu lassen. Wie viele bereits wissen arbeiteten Robert und ich die vergangenen 10 Wochen im Cable Beach Resort. Unsere Tage gestalteten sich abwechslungsreich durch das Auffuellen der Minibars bzw. Betreuung der beiden Poollandschaften. Betreuung bedeutet quasi ein Auge darauf zu haben, dass immer ausreichend Handtuecher fuer jeden Gast vorhanden waren. Nachdem die erste Woche noch etwas aufregend war, gelangten wir jedoch ziemlich schnell zur Routine. Geistig wirklich anspruchsvoll ist beides nicht und somit war viel Zeit, um sich mit Kollegen zu unterhalten und jede Menge Spass zu haben. Unsere letzte Arbeitswoche bestand eigentlich nur noch aus Spass, gespickt mit dem ein oder anderen Highlight. Fuer mich ganz klar: Live Basketball und Yao Ming. Seit zirka 10 Monaten wieder einmal ein Livespiel zu sehen war wirklich der Hammer. Beim „Broome Invitational Basketball Tournament“ gastierten das Indonesische Nationalteam, die Shanghai Sharks, Singapore Slingers, die Perth Wildcats und als Besitzer, oder Miteigentuemer der Shanghai Sharks: Yao Ming. Es war aufregend ihn zu treffen, besonders oder gerade weil er 2,29m gross ist und ich unbedingt neben ihm auf einem Foto sein wollte. Einen Tag nach seiner Ankunft im Resort war das Bild im Kasten. Sensationell!

Auch unsere Abende auf dem Zeltplatz moechte ich nicht missen. Besonders unsere Freunde aus Frankreich, Schweden, Australien oder Grossbritanien trugen zu einem unvergesslichen Abschluss bei. Ich bin immer wieder beeindruckt wie man in derart kurzer Zeit eine solche Verbindung aufbauen kann, wenn man Leute trifft die mit einem auf einer Wellenlaenge liegen. Das traurige daran ist - wie wir es schon so oft feststellten - das man auf die Reise geht um Neues zu entdecken, Menschen kennen zu lernen und sich letztendlich viel zu oft verabschiedet. Es scheint so, als wuerden wir nur reisen um uns immer wieder zu verabschieden. Nun ja...dies ist wahrscheinlich der Preis den wir zahlen muessen, um all die schoenen Dinge sehen und erleben zu koennen. 

Apropos schoene Dinge: Unsere Route, die wir seit Broome eingeschlagen haben, fuehrt uns groesstenteils an der Kueste entlang nach Sueden und zurueck zu unserem Ausgangspunkt nach Melbourne.Auf dem Weg dahin liegt ein kurzer 550km Inlandabstecher in den Karajini National Park, ein weiteres Schnorchelerlebnis im Ningaloo Reef, eine Strecke von 146km auf der laengsten Strasse ohne eine einzige Kurve zuruecklegen, Bells Beach, die Great Ocean Road und und und. Die letzten 4 Wochen in Australien sollten demzufolge nur so von schoenen Erlebnissen gespickt sein. Wir halten euch auf dem laufenden und versuchen Euch allen ein paar Sonnenstrahlen in den Herbst nach Deutschland zu schicken.

Bis bald – Stephan

                                                    Broome - Kids

                                           Broome - Cable Beach

                                                 Broome - Cable Beach

                       Broome - Cable Beach Resort Bungalow 166 - Meeting with Yao


                                          Broome - Cable Beach Resort Worksmates


                                          Broome - Cable Beach Resort Laundry Team
                                        
                                          Broome - Cable Beach Resort Sunset Bar

                                           Broome - Caravan Park Connection

                                                        Broome - Romy's Car after 8 Month's

                                          Karijini National Park - Dales Gorge

                                          Driving in Western Australia

                                          Coral Bay

                                          The Pinnacles - Flyprotection

                                          The Pinnacles

                                          The Pinnacles

                                          Indian Ocean Highway

                                          Lancelin

                                          Perth

Saturday, September 3, 2011

Gebuendelte Geschichten von April bis September

Eigentlich faengt man ja keine Saetze mit „So“ an, aber im folgenden Absatz ist durch kein anderes Wort die nun faellige Aufagbe als Einleitung besser geeignet als mit  „So“. Diese Aufgabe schiebe ich nun auch schon eine gefuehlte Ewigkeit vor mir her und die Geschehnisse wurden daher auch nicht weniger. Somit erwarten den Leser nun gebuendelt meine Zusammenfassung ueber die 3 Monate auf dem Garnelenboot, die Wiedervereinigung von Stephan, Ronny, Romy und mir, die rassante Fahrt von Charters Towers bis nach Darwin, die Erweiterung der Reisegruppe um erneut 2 Chemnitzer, die 2 Nationalparks Lichtfield und Kakadu, die Trennung von 3 Reisepartnern/Freunden, die Fahrt in den Westen, die Ankunft in Broome und die traurige Verabschiedung von unserer Romy. 


1x Garnelenboot fuer 3 Monate bitte!!! 

So, fangen wir also mit dieser Zeit an. 3 Monate auf einem Boot, ohne jemals den Fuss an Land setzen zu koennen, ohne feste Zeiten was den Schlaf, die Essenszeiten oder andere gewoehnliche Dinge betrifft. Ohne ausreichend Privatsphaere, ohne den alltaeglichen Kontakt zu Familie und Freunden, ohne taegliche Tagespresse und ohne die mir sonst so wichtigen Dinge wie Sport und Freiheit. Wenn mir all das irgendjemand vor dieser Reise erzaehlt haette, haette ich zwar neugierig zugehoert, aber niemals auch nur einen Gedanken daran verschwendet auch nur 5 Minuten Fischer fuer 3 Monate zu sein. Natuerlich war diese Zeit aber auch mit ganz vielen Erlebnissen und Erfahrungen, die mich wohl den Rest meines Lebens mal mehr mal weniger an diese 3 Monate erinnern werden, gespickt. 

Ich habe mich dazu entschieden „nur“ 3 Geschichten vom Boot hier zu kurz berichten, da zum einen dieser Blog ja unsere gemeinsamen Reiseberichte  erzaehlen soll und zum anderen der Umfang dieser Zeit und die damit zu erzaehlenden Geschichten diesen Blog sprengen wuerde. Auch bin ich mir ganz sicher das Stephan als auch ich noch einige Geschichten fuer den ein oder anderen Abend in der Tasche bewahren wollen.

“Get your fucking Freezer suit and hurry up to stack the boxes!!!”

In deutsch: “zieh deinen verdammten Winteranzug an und beeil dich die Boxen zu staplen“. Das war der erste Satz den ich am Tag meines 29. Geburtstages zu hoeren bekam. Natuerlich erwartete ich unter den Seefahrern keinen Kuchen und herzliche Geburtstagswuensche, aber wenn man aus „normalen“ Verhaeltnissen stammt, so waren doch die letzten 28 Geburtstage von freundlichen und liebevollen Worten gepraegt. Natuerlich nicht so auf See. Auf See sind die Maenner besonders hart und wollen auch nicht anders sein. Ich sage das mit einem leicht sarkastischen Unterton, denn genau diese harten Typen, die keinen Hai, Seeschlange oder raues Wetter fuerchten, sind in ihrem tiefsten Inneren genau nicht anders als der Herr Schmidt von der Kreissparkasse aus Oelsnitz. Vielleicht braucht der Herr Schmidt kein Speed, Kanabis (illigale Drogen, Oma!) oder 10 Bier um taegliche Leistung zu bringen, aber dafuer ist der Herr Schmidt auch kein „harter Hund“. Einen Kuchen hat mir die Romy an diesem Tag dann trotzdem gebacken und ich habe noch viel schlimmere Saetze in den folgenden 63 Tagen zu Ohren bekommen.

Was es zu den Haien, Seeschlangen, Winteranzuegen, Boxen, rauem Wetter, schlimmen Saetzen und illigalen Drogen noch zu berichten gibt, gibt es dann an einem der bereits erwaehnten Abenden.

„You are on watch the next 2 ½ hours!”

In deutsch: “du passt auf, das das Boot in den naechsten 2 ½ auf Kurs bleibt“. Als ich diesen Satz das erste mal gehoert habe, war ich mega aufgeregt und war mir der kommenden 150min voller Stille, Frieden, einsamer Gedanken und Verantwortung noch nicht bewusst. Ich muss zugeben, es hat ein paar Abende gedauert bis diesen extra Job so richtig geniessen konnte und auch gab es in der folgenden Zeit Abende, die weder friedlich noch ruhig waren, aber in 8 von 10 Abenden war man allein mit sich und seinen Gedanken. Allein mit seiner Musik, der unendlichen Weite des Meeres und dem nicht in Worte zu fassenden Sternenhimmel. Fuer die vorher festgelegte Zeit ist man dann Kapitaen und steuert das Boot durch raue See, durch Riffe und durch stark befahrene Kanaele. Stellt Euch einfach vor, ihr sitzt auf einem sehr bequemen Stuhl, achtet auf den Autopiloten und die mit ihm im Zusammenhang stehenden Karten. Ihr seht den unglaublichen Sternenhimmel der Suedhalbkugel und habt Musik im Ohr die Euch dazu bewegt zu traeumen und nachzudenken. Ihr seit die einzige wache Person auf dem Boot und tragt Verantwortung ueber 4 weitere Leben. – Es war jeweils die schoenste und ruhigste Zeit die ich in den gesammten  84 Tagen hatte, besonders wenn man in den Sonnenaufgang gefahren ist. Allein auf der Bruecke, allein mit mir und meinen Gedanken, allein mit den Sternen und meiner Musik.

Was es zu den Naechten auf der Bruecke, den Begegnungen im Sonnenaufgang und den 2 von 10 nicht so tollen Naechten passierte, gibt es dann an einem der bereits erwaehnten Abenden. 

“On a boat there is no democracy!!!”

Auf deutsch: “Auf einem Boot gibt es keine Demokratie“. Als wir am 21. Maerz 2011 den Hafen von Cairns verlassen haben, lagen 3 Wochen harte Arbeit hinter uns und ich konnte das Boot und die Mentalitaet der Seefahrer schon ein wenig kennenlernen. Was jedoch schon ziemlich am Anfang zum Ausdruck kam, dass nur einer auf dem Boot was zu sagen hat und das ist der Kapitaen. Es war an einem Abend im Hafen als wir (die Crew) gemeinsam gegessen haben und unser Skipper (Robert „Bob“) diesen Satz sagte. Da wurde mir langsam bewusst , auf was ich mich hier eingelassen hatte. Ich, der keinen Bundeswehrdienst leisten wollte weil ein Befehlston doch zu sehr meiner Ethik wiedersprochen haette, steht nun kurz vor dem Auslaufen in seinen 3monatigen Grundwehrdienst ohne Waffe. Dafuer jedoch mit Netzen, Chemikalien (welche die Amerikaner eher in Husseins Laboren vermuten wuerden als auf einen Boot) und jeder menge Herausforderungen die meinen Haenden und Fuessen auf Dauer nicht gut getan haben.

Was es mit den Netzen, den Chemikalien und den vielen Herrausforderungen, nicht nur fuer Haende und Fuesse auf sich hatte und warum die Poilzei in Cairns nun meine Fingerabdruecke hat, das ...... das und noch einiges mehr erfahrt ihr dann wenn ich wieder daheim bin.

Die Wiedervereinigung

Das letze mal das wir 4 (Romy, Ronny, Stephan und ich) uns sahen, dass war am 1.Maerz frueh gegen 3 Uhr in Melbourne am Strand bzw. Flughafen. In der Zwischenzeit trennten uns einige tausend Kilometer und auch viele Erlebnisse. Das Stephan und ich uns fuer diesen Abschnitt trennten war so natuerlich nicht geplant, aber rueckblickend war das nicht sonderlich schlimm. Hatte ich die Ostkueste ja bereits 2004 bereist und all das gesehen was nun Stephan mit Ronny fuer sich entdecken konnten. Beide kannten sich vorher (Chemnitz) auch nur durch 2 Treffen und konnten so voellig frei von der Leber weg diese Tour bestreiten. 

Nach nun exakt 100 Tagen war es soweit. Am 19. Juni trafen sich die beiden Reisengruppen in Charters Towers wieder. Das es bei diesem Treffen das ein oder andere Bier gab und das wir jeder mehr geredet haben als Thomas Gottschalk an einem „Wetten dass...?“ Abend und die Freude gross war, ist sicher jedem klar und so machten wir uns nach einer kurzen Nacht auf unseren Weg nach Darwin.

Die rassante Fahrt von Charters Towers bis nach Darwin und Erweiterung um 2 Chemnitzer

Bei diesem Abschnitt sass uns maechtig die Zeit im Nacken und das lag daran, dass Romy und ich ein Auto gemietet hatten was zu einem bestimmten Zeitpunkt in Darwin sein musste. Es war so keine ganz normale Automiete, sondern eher eine Autolieferung. Das hatte fuer uns den Vorteil, dass es richtig guentsig war und wir zudem Benzinkosten zu 2/3 bezahlt bekommen haben. Der Nachteil der eben beschriebene Zeitdruck. Das der Weg zwischen Carters Towers und Darwin dem Charme eines unvolendeten Rohbaus in der russischen Walachei entspricht troestet uber diese Hatz hinweg. Die eigentlichen Highlights waren dagegen die Naechte. Zwar kannten wir alle die Schoenheit des australischen Nachthimmels, aber jedes Mal aufs Neue konnten wir unsere Augen nicht von der Unendlichkeit dieser Pracht lassen.

Nach 2054km und 3 Tagen hatten wir unser Zwischenziel Katherine erreicht. 

In Katherine angekommen suchten wir einen Zeltplatz auf, auf welchem 3 junge Leute bereits einige Tage zuvor ihr Zelt aufgeschlagen haben und nun unser Ankommen erwarteten.  Diese 3 Leute waren Daniel, Tony und Michael und kommen wie wir aus CHEMNITZ!!!!! Das waren dann nach Philip, Torsten, Janos, Marcel, Romy, Ronny und Torsten welche wir am Anfang unserer Reise bereits getroffen haben, die Chemnitzer 8, 9 und 10. - Ein absoluter Wahnsinn –

Nach einer kostelosen Nacht auf diesem Zeltplatz entschieden sich am Morgen Tony und Michael spontan sich unserer kleinen Gruppe anzuschliessen und letzten 320km in ein neues Abenteuer mit uns gemeinsam zu begehen.

Eckdaten dieser Etappe waeren zudem noch: Benzinpreis $2/Liter, die flaechenmaessig groesste Stadt der Erde (Mt Isa) welche zudem Geburtsstadt von einigen australischen Sportikonen (Pat Rafter und Greg Norman) ist und ein Krokodil zu Gast auf dem Zeltplatz in Katherine. An diesem Abschnitt kann man jedoch erkennen, dass auch die spannenste Reise seine Tiefen hat und nicht wirklich viel zu berichten ist. 

Darwin und die 2 Nationalparks (Lichtfield und Kakadu)

Unser Start in Darwin war alles andere als gemuetlich. Denn zum einen hatten es zumindest Romy und ich ziemlich eilig unseren „Mietwagen“ abzugeben, denn wie immer erledigten wir auch in Australien alles auf den letzten Druecker und zum anderen waren wir sehr entsetzt was Zeltplaetze in Grossstaedten kosten. Es war unverschaemt teuer und zudem noch nicht einmal direkt in der Stadt. Durch einige Trickserei, zu welcher man in Australien gezwungen wird um nicht gaenzlich ueber den Tisch gezogen zu werden, haben wir dann doch diesen ansich sehr teuren Schlafplatz recht guenstig bekommen. Zu allem uebel fuehlte man sich auf diesem  Zeltplatz jedoch wie zwischen A9 und Berlin Tegel. Die Geraeuschkulisse war zu gewissen Zeiten, gerne zur Schlafenszeit, markerschuetternd und ohrenbetaeubend. 

In den kommenden Tagen planten wir von Tag zu Tag und so kam es, dass wir laenger als geplant in Darwin blieben. Jedoch dafuer einen schoenen Eindruck bekamen und oft auf den wirklich wunderschoenen „Mindel Night Market“ gehen konnten. Wer mal hier oben ist, fuer den sollte dies ein absoltues Muss sein. Tolle Athomsphaere, viel Folklore und jede Menge tolles Essen.

Lichtfield Nationalpark

Dieser Nationalpark liegt 130km suedlich von Darwin und ist im Gegensatz zu seinem groesseren Bruder Kakadu touristisch nicht annaehernd so ueberlaufen und von daher sehr idylisch. Wir suchten uns gleich am Anfang ein kleines Lager in der Naehe des Buley Rockhole aus, auf welchen wir die gesamte Zeit campierten. Es machte nach all unseren Aufbauten (Zelten, Stuehlen, Plane, Spielgeraeten) den Eindruck als waeren Zigeuner eingezogen. Es war fortan unser „Kleinrumaenien“. 

Der Park ist Landschaftlich gepraegt durch wunderschoene Wasserfaelle, gigantische Termitenhuegel und natuerlich einer riesigen Waldflaeche, welche hauptsaechlich von Eukalyptusbäumen bewaldet ist. Immer wieder kam einem dieser schoene Eykalyptusgeruch in die Nase und man hatte den Eindruck eine Packung Wick Bonbons in der Tasche zu haben. 

Wir verliessen unser „Kleinrumaenien“ taeglich nur sehr ungern. Zum einen war es nach Sonnenaufgang meist schon so warm das die „Urlaubsmuedigkeit“ uns uebermannte und zum anderen warteten wir gerne ab bis all die Touristen unser Paradies am Nachmittag verlassen haben und wir „unseren“ Pool fast fuer uns allein hatten. In der Zwischenzeit haben wir natuerlich auch den Park etwas weiter erkundet, aber alles sehr gemuetlich.

Nach 5 Tagen hiess es dann abschied nehmen. Abschied vom wirklich wunderschoenen Lichtfield Nationalpark und abschied nehmen von Ronny, welchen wir im Februar auf Philip Island getroffen haben und nun dem Ruf der Heimat folgte. Damit eroeffnete er den Reigen der Verabschiedungen, welche uns in den kommenden Wochen oft begegneten. Ich habe festgestellt, dass man auf Reisen viel oefter das Wort Abschied verwendet als daheim. Jedoch sagt man auf Reisen auch um ein Vielfaches mehr „Hallo“ zu voellig Neuem und demnach geht das wohl voellig in Ordung.

Kakadu Nationalpark

Der Kakadu Nationalpark liegt 170km oestlich von Darwin und ist durch seine Vielfalt an Flora und Fauna einer der wohl schoensten Parks in Australien. Durch seine aussergewoehnlichen natuerlichen und kulturellen Werte zieht er jaehrlich mehr als 200.000 Besucher an und ist dadurch um ein Vielfaches mehr ueberlaufen als der Lichtfield. Wie im Litchfield sind auch hier atemberaubende Wasserfaelle zu sehen, welche aber meist nur mit einem 4x4 Auto zu erreichen sind. Zudem bietet der Park einige der besterhaltenen Felsmalereien der Aborigines in ganz Australien. 

In Ubir, im Norden des Parks, kann man nicht nur diese Zeichnungen in grosser Vielfalt bestens bestaunen, sondern auch einen der wohl schoensten Sonnenuntergaenge des Landes. Der Nachteil jedoch ist, dass man seine natuerliche Abneigung gegen Muecken daheim lassen sollte. An diesem Ort und naher Umgebung gibt es 17 verschiedene Mueckenarten welche natuerlich 17 verschiedene Muecksprays, -pflaster, -amrbaender, -cremes und –raeucherstaebschen moegen oder auch nicht. Die Reisefreunde Tony und Michael hatten um die 100 Stische nur auf dem Ruecken und Romy bemerkte sehr sehr muerrisch am Morgen, „die bescheuerten Schweine haben mich sogar durch die Zeltwand gestochen und sind rueckwaerts durch die Maschen vom Mueckenfenster gekrochen“. Bei mir hielt sich das alles sehr in Grenzen. Glueck gehabt

Die folgendende Nacht verbrachten wir am Yellow Waters Fluss, welcher Drehort von dem Film Crocodile Dundee war und durch seine Fruchtbarkeit eine der artenreichsten Tiervielfalt des Landes bietet. Fuer viel Geld kann man eine Tour auf einem der ueberfuellten Boote machen und wohl unvergessliche Eindruecke sammeln. Wir taten dies nicht, sondern haben die nicht weniger beeindruckende Bootstour vor dem Kakadu gebucht und taten gut damit. Denn wir waren bis auf 2 weitere Personen die einzigen Gaeste auf der Sonnenuntergangstour und hatten demnach jede Menge Platz um die zahlreichen Krokodile, Voegel und Pflanzen von allen Seiten zu fotografieren. 

Die letzten Tage im Park verbrachten wir in einem Camp im Sueden. Die „Gunlom Falls“ sind das mit schoenste Spektakel was man im Kakadu erleben kann. Um dorthin zu gelangen muss man jedoch erstmal eine 30km lange, staubige Gravel- Road bewaeltigen. 2 Stunden und schweisstreibende Gebete, dass unser Auto das ueberlebt, spaeter entschaedigt eben dieser tolle Wasserfall. Ueber dunkle Felsenvorsprünge bahnt sich Wasser seinen Weg, 100m hinab in die Tiefe und endet in einem wunderschoenen See, welcher sich in gruen- blauen Farbtoenen in einem weissen Strand bettet. Darueber hinaus bietet ein zwar steiler aber durchaus begehbarer Wanderweg  die Moeglichkeit, den Wasserfall zu besteigen. Oben angekommen eroeffnet sich eine fantastische Aussicht ueber den suedlichen Teil des Nationalparks. Zudem gibt es mehrere Ebenen mit kleinen Seen in denen man schwimmen und geniessen kann. 

Nach 2 Naechte hiess es aber auch hier wieder Zelte abbauen und eine der schoensten Erinnerungen dieser Reise im Gepaeck verstauen. Wieder 2 Stunden Gebete gen Autogott schicken und hoffen das wir nicht an einer Staublunge verenden.  

Am Abend sollte es dann eigentlich zum Abschied von Tony und Michael kommen aber eine Flasche Rum, eine Kiste Bier sowohl 2 Flachen Wein halfen uns diesen Gedanken auf den naechsten Tag zu verschieben und so kam es, dass uns zwar eine ganze Zeltplatzgemeinde nicht sonderlich gut gelaunt begruesste, aber wir eine zeitlang reichlich Spass hatten.


Die Fahrt in den Westen, die Ankunft in Broome und die traurige Verabschiedung von Romy

Nun war es also soweit, Stephan, Romy und ich duesten in unsere letzte gemeinsame Etappe. Ziel war Broome, eine am indischen Ozean gelegene Region welche 1557km entfernt liegt. Erneut 3 Tage Fahrt durch unwirklich erscheinende Landschaftsformen,  durch kleine Orte wo man als sich Europaer die Frage stellt „Wuerdest du hier wohnen wollen?“ und durch die wahrscheinlich unglaublichste Grenzkontrolle der Welt. Man darf naemlich beim ueberqueren der Grenze vom „Northern Territory“ hinein nach „Western Australie“ kein Obst und Gemuese einfuehren. Warum und weshalb? Hygienevorschriften und die Angst vor der gemeinen Obstfliege. Wir erwiesen uns jedoch als gute Schmuggler und konnten unser Obst wohlbehalten nach „Western Australia“ einfuehren. Was wir bis dahin jedoch nicht wussten, war das wir kein Gemuese transportieren durften und so kam es das unser Blumenkohl, die wenigen Tomaten und Paprika den Weg in Tonne fanden. Eine Strafe bekamen wir dafuer jedoch nicht, da wir glaubhaft versicherten von der Gemuesebestimmung nix gewusst zu haben. 

Nach 3 Tagen war es dann soweit, wir erreichten Broome und waren geradewegs verzaubert. Es war wie ich es mir vorgestellt hatte. Ein kleiner Ort mit familierer Atmosphaere und zudem einem Strand der in der Welt zu den schoensten zaehlt. Hier wollten wir unbedingt laenger bleiben und uns ein wenig sesshaft machen, bevor es weiter in Richtung Sueden gehen soll. 

Das Glueck war uns auch diesmal treu und so bekamen wir nicht einmal eine Woche nach unserer Ankunft einen Job im besten Resort Australiens. Wir sind seitdem verantwortlich fuer die Minibars in den einzelnen Zimmern/Bungalows als auch fuer die 2 Poollandschaften. Zudem fanden wir 2 Tage spaeter ein Zimmer in einem Haus welches nur 4 Radfahrminuten vom Resort und auch vom Strand entfernt ist. 

Die einzige truebe Situation erlebten wir bisher als Romy dann am 29.7.2011 die Heimfahrt antrat und uns, besonders mir, damit eine lange Reisebegleidung adieu sagte. Wie bereits gesagt, auf Reisen ist abschied nehmen auch Bestandteil vom Grossen Kuchen. Wir koennen jedoch sagen, dass wir beide hier auch Freundschaften gefunden haben, welche wir daheim wohl so nie gemacht haetten. Ich spreche dabei gezielt auf Ronny, Romy und Tony an, grossartige Menschen.

Ich moechte zu diesem letzten Abschnitt noch ein wenig ueber Broome erzaehlen, denn ich merke gerade das dies etwas unter geht. 

Broome ist fantastisch und waere es nicht so weit von allem entfernt wuerde ich sagen, kommt her und schaut es euch an! Jedoch liegt es im Nirgendwo und das ist es was es wohl so besonders macht. Der Strand (Cable Beach) ist mein Wohnzimmer geworden. Jeden Tag versuchen wir zumindest fuer 2, 3 Stunden diesen Teil von Broome zu geniessen. Weisser Strand, tuerkis blaues Wasser mit einem Sonnenuntergang im Meer wie es ihn wohl nicht oft gibt. Jeden Tag seit wir hin sind haben wir das selbe Wetter. 35 Grad, keine bis kaum Wolken am Himmel und eine leichte Brise vom Land kommend. Manche wuerden dies vielleicht als langweilig bezeichnen, aber ich kann nur sagen, „es ist genau mein Ding“. 

Ich koennte hier noch weitere Superlative aufzaehlen aber ich habe nun Erbahrmen mit Euch.
Dies waren nun die letzten Monate von Maerz bis September (Stand 2.09.2011) welche ich versucht habe in kuerzester Form niederzuschreiben. Es waren aus meiner Sicht Monate voelliger Entbehrungen und Kampf aber auch Monate voller Freude und Freunden. Daran haben nicht nur die Menschen Anteil mit welchen ich meine Tage in Australien teile, sondern auch diese die daheim sind und durch ihre Freundschaft in meinem Herzen ein Teil dieser Reise sind.

Bleibt schoen gesund und munter!
Bis bald Euer Robert

Bilder:



Darwin und die 2 Nationalparks (Lichtfield und Kakadu)


Hafen in Darwin
schoenes altes Haus in Darwin
Fotowettbewerb auf der Sunset-Tour (Kakadu)
Ubir #1 - an schoenen Plaetzen ist man nie allein (Kakadu)
Ubir #2 - alle wollen das selbe Bild, zur selben Zeit (Kakadu)
Ubir #3 - wie z.B. dieses (Kakadu)
Ubir #4 - 140 Stiche in einer Nacht und wir
zaehlten "nur" die auf dem Ruecken (Kakadu)
Gunlom Falls von unten (Kakadu)
Klein Rumaenien #1 (Lichtfield)

Klein Rumaenien #2 (Lichtfield)
Wasserfall #1 (Lichtfield)
Wasserfall #2 (Lichtfield)
Wasserfall #3 (Lichtfield)
Abschiedsfeier
Michael, Tony (vorn), Robert, Romy und Stephan
 Broome
 
sehr schoenes altes Kino
wir backen unser Roggenbrot nun selbst (Fresssack)
Cable Beach am fruehen Morgen
Kameltour am Cable Beach

Mein Drahtesel und ich an unserem liebsten Ort
Smile?

Cable Beach again and again -Traumhaft-
Die rassante Fahrt von Charters Towers bis nach Darwin

Kein Scherz!!!
1x Garnelenboot fuer 3 Monate bitte!!!
 
Auf Geht's!!!

boeser Beifang

waere mal boese geworden
Objekte der Begierde

-40 Grad
Bruecke auf der Perpetua



Ruhe vor dem Sturm
Mitfahrgelegenheit

 Morning Glory