Thursday, November 24, 2011

Reisebericht und Fazit

Knapp 4000km Westkueste, sowie 2 Grenzuebergaenge und 2 Zeitzonen  spaeter haben wir nach 6500km am 23. Oktober 2011 unseren Ausgangsort Melbourne wieder erreicht. Es war fuer mich persoenlich das Ende von einem 8 Jahre langen Traum. Einmal wollte ich Australien umrunden und dies ist Stephan und mir nun gelungen. Aber zurueck zum Ausgangspunkt dieser 6500km. Ich muss vorab sagen, dass dies aus einer rein subjektiven Sicht berichtet wird und sich nicht ganz mit Stephans Empfindungen und Eindruecken deckt. Ueber all die Jahre habe ich von vielen Menschen gehoert, dass der Westen von Australien so viel schoener als der Osten ist und dies ein MUSS ist, wenn man dieses Land bereist. Ich kann nun sagen, dass sich dieser Abschnitt auf meiner Liste, der schoensten von mir bereisten Flecken dieser Erde, nicht unter den Top 10 zu finden ist. Natuerlich gab es Highlights welche ich auf keinem Fall missen moechte und natuerlich weiss ich, dass es auf dem Weg immer mal wieder Momente gibt, welche nicht das Interesse des Reisenden trifft, aber leider war es eben in diesem Abschnitt zu viel der oeden und tristen Landschaft welche das Bild von Australien meist widerspiegelt. Aber nichts desto trotz gehoeren diese 6500km ebenso zu diesem Blog wie all die anderen und sind daher nicht zu vergessen.

Ich stelle nun im Folgenden eine Art Liste bereit, welche meine persoenlichen Tops und Flops aufzeigt.

Top:
Broome und sein Cable Beach: dazu haben wir ja nun schon ausfuehrlich berichtet und unser beider Leben von 12 Wochen an diesem Ort gehoert fuer mich zu den 3 schoensten Geschichten der ganzen Reise durch den 5. Kontinent.

Pinnacles:  Aus meiner Sicht ein absolutes MUSS wenn man schon mal da ist. Die Pinnacles sind eine Art Steinskulpturen die ueber die Jahrtausende vom Wind und Sand verformt und geformt wurden. Die Schoenheit wird untermalt mit grell gelben Sand und bei unserem Glueck blauem Himmel, welche das Herz und Auge eines jeden Hobbyfotografen hoeher schlagen laesst. Die Besucher koennen zu Fuss oder per Auto durch diese Wueste fahren und es bieten sich immer wieder Moeglichkeiten zu stoppen und durch dieses fast schon labyryntaehnliche Natur zu laufen und zu entdecken.

Perth: Diese Stadt war fuer mich nach etwas mehr als 7 Monaten endlich eine Grossstadt. Es war wunderschoen mal wieder oeffentliche Verkehrsmittel zu nutzen, durch Einkaufszentren zu schlendern und das alltaegliche Treiben einer Stadt zu erleben. Leider lies unser Zeitplan nicht mehr als 3 Tage zu und wir konnten uns nicht so sehr austoben wie wir beide das eigentlich lieber getan haetten. Bei schoenen Wetter und etwas Motivation fuer ausgedehntes Herumlaufen hat diese Metropole im Westen sehr viel schoenes zu bieten.

Margret River:  MR ist ein ein wundervoller Ort mitten im Gruenen und fuer Surfer einer der „Hot Spots“ der Szene. Stephan und ich hatten das Glueck Katharina da zu wohnen zu haben und somit bot sich uns die Gelegenheit das Auto fuer 3 Tage gegen Haus und Bett zu tauschen. Leider schmeckte mir der Alokohl am ersten Abend doch zu sehr als das ich am naechsten Tag in der Lage war mehr als nur das Bett zu sehen. Jedoch bleibt dieser Ort in toller Erinnerung und ist stets eine persoenliche Empfehlung.

Cape La Grande & Lucky Bay: Ein von Gott gekuesster Flecken Erde welcher von so weissem, weichem Sand gespickt ist, dass selbst das kristallklare Wasser in der Bucht zur Nebensache wird und der Besucher das Traeumen vergessen kann. Unsere Kameras liefen dann endgueltig heiss, als Kaenguruhs voellig unbeeindruckt am Strand herum huepften und uns unvergessliche Aufnahmen und Momente geboten wurden. Wenn man nicht den Zeitteufel im Nacken hat, so ist dies fuer 3 Tage sehr zu empfehlen.

Der neutrale Leser denkt sich nun sicherlich, was ist denn an dieser Westkuese jetzt so schlecht?  Die Antwort ist sehr einfach. Wenn diese von mir beschriebenen Orte nicht von einer Fahrt durch staubige, trockene, ja man kann es tode Erden nennen, gepraegt gewesen waere, so wuerde mein Fazit viel postiver Ausfallen. Ein Besuch der Westkueste ist mit sehr viel Zeit im Auto verbunden und eben auch vielen Tagen wo man nichts anderes sieht als „NICHTS“. 

Zu meinen Flops gehoerte am Ende die Zeit im Karajini NP, welcher uns zu den besten Orten der Westkueste hoch gelobt angepriesen wurde. Angekommen wollte ich eigentlich nur noch da weg. Sicher gibt es auch da Orte welche von unglaublicher Schoenheit gepraegt sind, aber dies ist ja auch eher subjektiv. So kam es, dass wir nach einer Tageswanderung durch eine Schlucht das Gaspedal von unserem Auto fanden und uns vom Acker machten.

Auch war ich von Coral Bay nicht sonderlich begeistert. Klar, toller Strand, kristallklares Wasser und Sonnenschein lassen das Urlauberfeeling perfekt erscheinen, aber war dieser Ort eben auch von Touristen belagert wie ein Colafleck von Ameisen. Haette ich vorher meinen Cable Beach in Broome nicht gelebt und geliebt, so waere Coral Bay sicher in besserer Erinnerung geblieben. Wer da wie Stephan das schnorcheln nicht lassen kann, dem sei ein Besuch auf jeden Fall zu empfehlen. Denn bereits nach 2 Metern sieht man die ersten Korallen und Fische des wohl mit schoensten Korallenriffes der Welt. Zum Schluss dieser Liste muss erneut die schier endlose Fahrt durch das „Nichts“ erwaehnt werden, um es noch einmal deutlich zu machen das knapp 3500km Outback bei sommerlichen Temperaturen kein Spass sind.

Nachdem wir die Westkueste und das gruene Zipfelchen im Sueden bereist hatten heiss es dann geraden Weges nach „South Australia“ und „Western Australia“, welches uns mehr als 3 Monate Heimat bot, zu verlassen. Geraden Weges auch deshalb, da ein „weiteres Highlight“ unsere Kameras in Staunen versetzen sollte. Die laengste Strecke ohne Kurve, 146,5km nur geradeaus ist zu dem oben genannten oeden „Outback“ Quaelereien nun noch dazu zu zaehlen. Man kommt einfach nicht um diese Strecke herum wenn man sich entschliesst einmal diesen Kontinent zu umrunden. Es ist wie an vielen Orten, man kann erzaehlen das man dies gesehen hat und  viel zu berichten gibt es dann auch nicht weiter.

Endlich in „South Australia“ angekommen, verfolgte ich eigentlich nur ein Ziel, „raus“ (zum Glueck infizierte ich auch Stephan damit)! Denn ein wenig lag uns der bereits beschriebene Zeitteufel im Nacken und dazu lockte die „Great Ocean Road“ im Bundesstaat „Victoria“, welcher Melbourne und damit auch den Ausgangspunkt unserer Reise beherbergt.

Nach einer regnerischen Nacht in Adelaide fuhren wir ziemlich zeitig los um unser Etappenziel an diesem Tag zu erreichen. Nach quaelenden 700km war es dann soweit und wir wurden in den kommenden 48Std von einer Schoenheit geblendet, dass es schwer faellt Worte zu finden. Klippen, Buchten, ueppiges Gruen und immer wieder der weite, schier endlose Blick auf das Polarmeer. Das unsere Kameras an diesem Abend heisser waren als „Frittenfett“ ist sicher nichts verwunderliches.

Nach 2 Naechten am 243km langen gruenen Schlauch und damit einem gelungenen Abschluss, haben Stephan und ich am Sonntag, den 23. Oktober 2011  unseren Ausgangspunkt Melbourne sicher und wohlbehalten erreicht. 

Unsere letzten beiden Wochen bis zur Ausreise gen Asien haben wir damit verbracht unsere „Lola“ gewinnbringend zu verkaufen und jeder von uns erfuellte sich noch seinen eigenen Traum. Stephan besichtigte eines der markantesten Wahrzeichen Australiens, den Ayers Rock und ich flog noch einmal, fuer meine Ansichten mit schoenste Stadt der Welt, nach Sydney.

Fazit:
Nach ueber 10 Monaten fern der Heimat etwa 25.000km Asphalt haben Stephan und ich ein unvergessliches Abenteuer beendet und tragen damit fuer den Rest unseres Lebens diesen Kontinent im Herzen. Das mit Asien ein weiteres, spannendes Abenteuer auf uns wartet ist gewiss, dennoch werden Australien und die fuer uns unvergessenen Erlebnisse mal mehr, mal weniger fuer Gespraechsstoff sorgen. Es war zudem nicht nur spannend sondern auch sehr lehreich. „Reisen bildet

Damit verabschieden wir uns mit einem „good bye“ aus Austalien und heissen Euch mit einem „ni hao“ in Asien willkommen.

Euer Stephan und Robert