Saturday, September 3, 2011

Gebuendelte Geschichten von April bis September

Eigentlich faengt man ja keine Saetze mit „So“ an, aber im folgenden Absatz ist durch kein anderes Wort die nun faellige Aufagbe als Einleitung besser geeignet als mit  „So“. Diese Aufgabe schiebe ich nun auch schon eine gefuehlte Ewigkeit vor mir her und die Geschehnisse wurden daher auch nicht weniger. Somit erwarten den Leser nun gebuendelt meine Zusammenfassung ueber die 3 Monate auf dem Garnelenboot, die Wiedervereinigung von Stephan, Ronny, Romy und mir, die rassante Fahrt von Charters Towers bis nach Darwin, die Erweiterung der Reisegruppe um erneut 2 Chemnitzer, die 2 Nationalparks Lichtfield und Kakadu, die Trennung von 3 Reisepartnern/Freunden, die Fahrt in den Westen, die Ankunft in Broome und die traurige Verabschiedung von unserer Romy. 


1x Garnelenboot fuer 3 Monate bitte!!! 

So, fangen wir also mit dieser Zeit an. 3 Monate auf einem Boot, ohne jemals den Fuss an Land setzen zu koennen, ohne feste Zeiten was den Schlaf, die Essenszeiten oder andere gewoehnliche Dinge betrifft. Ohne ausreichend Privatsphaere, ohne den alltaeglichen Kontakt zu Familie und Freunden, ohne taegliche Tagespresse und ohne die mir sonst so wichtigen Dinge wie Sport und Freiheit. Wenn mir all das irgendjemand vor dieser Reise erzaehlt haette, haette ich zwar neugierig zugehoert, aber niemals auch nur einen Gedanken daran verschwendet auch nur 5 Minuten Fischer fuer 3 Monate zu sein. Natuerlich war diese Zeit aber auch mit ganz vielen Erlebnissen und Erfahrungen, die mich wohl den Rest meines Lebens mal mehr mal weniger an diese 3 Monate erinnern werden, gespickt. 

Ich habe mich dazu entschieden „nur“ 3 Geschichten vom Boot hier zu kurz berichten, da zum einen dieser Blog ja unsere gemeinsamen Reiseberichte  erzaehlen soll und zum anderen der Umfang dieser Zeit und die damit zu erzaehlenden Geschichten diesen Blog sprengen wuerde. Auch bin ich mir ganz sicher das Stephan als auch ich noch einige Geschichten fuer den ein oder anderen Abend in der Tasche bewahren wollen.

“Get your fucking Freezer suit and hurry up to stack the boxes!!!”

In deutsch: “zieh deinen verdammten Winteranzug an und beeil dich die Boxen zu staplen“. Das war der erste Satz den ich am Tag meines 29. Geburtstages zu hoeren bekam. Natuerlich erwartete ich unter den Seefahrern keinen Kuchen und herzliche Geburtstagswuensche, aber wenn man aus „normalen“ Verhaeltnissen stammt, so waren doch die letzten 28 Geburtstage von freundlichen und liebevollen Worten gepraegt. Natuerlich nicht so auf See. Auf See sind die Maenner besonders hart und wollen auch nicht anders sein. Ich sage das mit einem leicht sarkastischen Unterton, denn genau diese harten Typen, die keinen Hai, Seeschlange oder raues Wetter fuerchten, sind in ihrem tiefsten Inneren genau nicht anders als der Herr Schmidt von der Kreissparkasse aus Oelsnitz. Vielleicht braucht der Herr Schmidt kein Speed, Kanabis (illigale Drogen, Oma!) oder 10 Bier um taegliche Leistung zu bringen, aber dafuer ist der Herr Schmidt auch kein „harter Hund“. Einen Kuchen hat mir die Romy an diesem Tag dann trotzdem gebacken und ich habe noch viel schlimmere Saetze in den folgenden 63 Tagen zu Ohren bekommen.

Was es zu den Haien, Seeschlangen, Winteranzuegen, Boxen, rauem Wetter, schlimmen Saetzen und illigalen Drogen noch zu berichten gibt, gibt es dann an einem der bereits erwaehnten Abenden.

„You are on watch the next 2 ½ hours!”

In deutsch: “du passt auf, das das Boot in den naechsten 2 ½ auf Kurs bleibt“. Als ich diesen Satz das erste mal gehoert habe, war ich mega aufgeregt und war mir der kommenden 150min voller Stille, Frieden, einsamer Gedanken und Verantwortung noch nicht bewusst. Ich muss zugeben, es hat ein paar Abende gedauert bis diesen extra Job so richtig geniessen konnte und auch gab es in der folgenden Zeit Abende, die weder friedlich noch ruhig waren, aber in 8 von 10 Abenden war man allein mit sich und seinen Gedanken. Allein mit seiner Musik, der unendlichen Weite des Meeres und dem nicht in Worte zu fassenden Sternenhimmel. Fuer die vorher festgelegte Zeit ist man dann Kapitaen und steuert das Boot durch raue See, durch Riffe und durch stark befahrene Kanaele. Stellt Euch einfach vor, ihr sitzt auf einem sehr bequemen Stuhl, achtet auf den Autopiloten und die mit ihm im Zusammenhang stehenden Karten. Ihr seht den unglaublichen Sternenhimmel der Suedhalbkugel und habt Musik im Ohr die Euch dazu bewegt zu traeumen und nachzudenken. Ihr seit die einzige wache Person auf dem Boot und tragt Verantwortung ueber 4 weitere Leben. – Es war jeweils die schoenste und ruhigste Zeit die ich in den gesammten  84 Tagen hatte, besonders wenn man in den Sonnenaufgang gefahren ist. Allein auf der Bruecke, allein mit mir und meinen Gedanken, allein mit den Sternen und meiner Musik.

Was es zu den Naechten auf der Bruecke, den Begegnungen im Sonnenaufgang und den 2 von 10 nicht so tollen Naechten passierte, gibt es dann an einem der bereits erwaehnten Abenden. 

“On a boat there is no democracy!!!”

Auf deutsch: “Auf einem Boot gibt es keine Demokratie“. Als wir am 21. Maerz 2011 den Hafen von Cairns verlassen haben, lagen 3 Wochen harte Arbeit hinter uns und ich konnte das Boot und die Mentalitaet der Seefahrer schon ein wenig kennenlernen. Was jedoch schon ziemlich am Anfang zum Ausdruck kam, dass nur einer auf dem Boot was zu sagen hat und das ist der Kapitaen. Es war an einem Abend im Hafen als wir (die Crew) gemeinsam gegessen haben und unser Skipper (Robert „Bob“) diesen Satz sagte. Da wurde mir langsam bewusst , auf was ich mich hier eingelassen hatte. Ich, der keinen Bundeswehrdienst leisten wollte weil ein Befehlston doch zu sehr meiner Ethik wiedersprochen haette, steht nun kurz vor dem Auslaufen in seinen 3monatigen Grundwehrdienst ohne Waffe. Dafuer jedoch mit Netzen, Chemikalien (welche die Amerikaner eher in Husseins Laboren vermuten wuerden als auf einen Boot) und jeder menge Herausforderungen die meinen Haenden und Fuessen auf Dauer nicht gut getan haben.

Was es mit den Netzen, den Chemikalien und den vielen Herrausforderungen, nicht nur fuer Haende und Fuesse auf sich hatte und warum die Poilzei in Cairns nun meine Fingerabdruecke hat, das ...... das und noch einiges mehr erfahrt ihr dann wenn ich wieder daheim bin.

Die Wiedervereinigung

Das letze mal das wir 4 (Romy, Ronny, Stephan und ich) uns sahen, dass war am 1.Maerz frueh gegen 3 Uhr in Melbourne am Strand bzw. Flughafen. In der Zwischenzeit trennten uns einige tausend Kilometer und auch viele Erlebnisse. Das Stephan und ich uns fuer diesen Abschnitt trennten war so natuerlich nicht geplant, aber rueckblickend war das nicht sonderlich schlimm. Hatte ich die Ostkueste ja bereits 2004 bereist und all das gesehen was nun Stephan mit Ronny fuer sich entdecken konnten. Beide kannten sich vorher (Chemnitz) auch nur durch 2 Treffen und konnten so voellig frei von der Leber weg diese Tour bestreiten. 

Nach nun exakt 100 Tagen war es soweit. Am 19. Juni trafen sich die beiden Reisengruppen in Charters Towers wieder. Das es bei diesem Treffen das ein oder andere Bier gab und das wir jeder mehr geredet haben als Thomas Gottschalk an einem „Wetten dass...?“ Abend und die Freude gross war, ist sicher jedem klar und so machten wir uns nach einer kurzen Nacht auf unseren Weg nach Darwin.

Die rassante Fahrt von Charters Towers bis nach Darwin und Erweiterung um 2 Chemnitzer

Bei diesem Abschnitt sass uns maechtig die Zeit im Nacken und das lag daran, dass Romy und ich ein Auto gemietet hatten was zu einem bestimmten Zeitpunkt in Darwin sein musste. Es war so keine ganz normale Automiete, sondern eher eine Autolieferung. Das hatte fuer uns den Vorteil, dass es richtig guentsig war und wir zudem Benzinkosten zu 2/3 bezahlt bekommen haben. Der Nachteil der eben beschriebene Zeitdruck. Das der Weg zwischen Carters Towers und Darwin dem Charme eines unvolendeten Rohbaus in der russischen Walachei entspricht troestet uber diese Hatz hinweg. Die eigentlichen Highlights waren dagegen die Naechte. Zwar kannten wir alle die Schoenheit des australischen Nachthimmels, aber jedes Mal aufs Neue konnten wir unsere Augen nicht von der Unendlichkeit dieser Pracht lassen.

Nach 2054km und 3 Tagen hatten wir unser Zwischenziel Katherine erreicht. 

In Katherine angekommen suchten wir einen Zeltplatz auf, auf welchem 3 junge Leute bereits einige Tage zuvor ihr Zelt aufgeschlagen haben und nun unser Ankommen erwarteten.  Diese 3 Leute waren Daniel, Tony und Michael und kommen wie wir aus CHEMNITZ!!!!! Das waren dann nach Philip, Torsten, Janos, Marcel, Romy, Ronny und Torsten welche wir am Anfang unserer Reise bereits getroffen haben, die Chemnitzer 8, 9 und 10. - Ein absoluter Wahnsinn –

Nach einer kostelosen Nacht auf diesem Zeltplatz entschieden sich am Morgen Tony und Michael spontan sich unserer kleinen Gruppe anzuschliessen und letzten 320km in ein neues Abenteuer mit uns gemeinsam zu begehen.

Eckdaten dieser Etappe waeren zudem noch: Benzinpreis $2/Liter, die flaechenmaessig groesste Stadt der Erde (Mt Isa) welche zudem Geburtsstadt von einigen australischen Sportikonen (Pat Rafter und Greg Norman) ist und ein Krokodil zu Gast auf dem Zeltplatz in Katherine. An diesem Abschnitt kann man jedoch erkennen, dass auch die spannenste Reise seine Tiefen hat und nicht wirklich viel zu berichten ist. 

Darwin und die 2 Nationalparks (Lichtfield und Kakadu)

Unser Start in Darwin war alles andere als gemuetlich. Denn zum einen hatten es zumindest Romy und ich ziemlich eilig unseren „Mietwagen“ abzugeben, denn wie immer erledigten wir auch in Australien alles auf den letzten Druecker und zum anderen waren wir sehr entsetzt was Zeltplaetze in Grossstaedten kosten. Es war unverschaemt teuer und zudem noch nicht einmal direkt in der Stadt. Durch einige Trickserei, zu welcher man in Australien gezwungen wird um nicht gaenzlich ueber den Tisch gezogen zu werden, haben wir dann doch diesen ansich sehr teuren Schlafplatz recht guenstig bekommen. Zu allem uebel fuehlte man sich auf diesem  Zeltplatz jedoch wie zwischen A9 und Berlin Tegel. Die Geraeuschkulisse war zu gewissen Zeiten, gerne zur Schlafenszeit, markerschuetternd und ohrenbetaeubend. 

In den kommenden Tagen planten wir von Tag zu Tag und so kam es, dass wir laenger als geplant in Darwin blieben. Jedoch dafuer einen schoenen Eindruck bekamen und oft auf den wirklich wunderschoenen „Mindel Night Market“ gehen konnten. Wer mal hier oben ist, fuer den sollte dies ein absoltues Muss sein. Tolle Athomsphaere, viel Folklore und jede Menge tolles Essen.

Lichtfield Nationalpark

Dieser Nationalpark liegt 130km suedlich von Darwin und ist im Gegensatz zu seinem groesseren Bruder Kakadu touristisch nicht annaehernd so ueberlaufen und von daher sehr idylisch. Wir suchten uns gleich am Anfang ein kleines Lager in der Naehe des Buley Rockhole aus, auf welchen wir die gesamte Zeit campierten. Es machte nach all unseren Aufbauten (Zelten, Stuehlen, Plane, Spielgeraeten) den Eindruck als waeren Zigeuner eingezogen. Es war fortan unser „Kleinrumaenien“. 

Der Park ist Landschaftlich gepraegt durch wunderschoene Wasserfaelle, gigantische Termitenhuegel und natuerlich einer riesigen Waldflaeche, welche hauptsaechlich von Eukalyptusbäumen bewaldet ist. Immer wieder kam einem dieser schoene Eykalyptusgeruch in die Nase und man hatte den Eindruck eine Packung Wick Bonbons in der Tasche zu haben. 

Wir verliessen unser „Kleinrumaenien“ taeglich nur sehr ungern. Zum einen war es nach Sonnenaufgang meist schon so warm das die „Urlaubsmuedigkeit“ uns uebermannte und zum anderen warteten wir gerne ab bis all die Touristen unser Paradies am Nachmittag verlassen haben und wir „unseren“ Pool fast fuer uns allein hatten. In der Zwischenzeit haben wir natuerlich auch den Park etwas weiter erkundet, aber alles sehr gemuetlich.

Nach 5 Tagen hiess es dann abschied nehmen. Abschied vom wirklich wunderschoenen Lichtfield Nationalpark und abschied nehmen von Ronny, welchen wir im Februar auf Philip Island getroffen haben und nun dem Ruf der Heimat folgte. Damit eroeffnete er den Reigen der Verabschiedungen, welche uns in den kommenden Wochen oft begegneten. Ich habe festgestellt, dass man auf Reisen viel oefter das Wort Abschied verwendet als daheim. Jedoch sagt man auf Reisen auch um ein Vielfaches mehr „Hallo“ zu voellig Neuem und demnach geht das wohl voellig in Ordung.

Kakadu Nationalpark

Der Kakadu Nationalpark liegt 170km oestlich von Darwin und ist durch seine Vielfalt an Flora und Fauna einer der wohl schoensten Parks in Australien. Durch seine aussergewoehnlichen natuerlichen und kulturellen Werte zieht er jaehrlich mehr als 200.000 Besucher an und ist dadurch um ein Vielfaches mehr ueberlaufen als der Lichtfield. Wie im Litchfield sind auch hier atemberaubende Wasserfaelle zu sehen, welche aber meist nur mit einem 4x4 Auto zu erreichen sind. Zudem bietet der Park einige der besterhaltenen Felsmalereien der Aborigines in ganz Australien. 

In Ubir, im Norden des Parks, kann man nicht nur diese Zeichnungen in grosser Vielfalt bestens bestaunen, sondern auch einen der wohl schoensten Sonnenuntergaenge des Landes. Der Nachteil jedoch ist, dass man seine natuerliche Abneigung gegen Muecken daheim lassen sollte. An diesem Ort und naher Umgebung gibt es 17 verschiedene Mueckenarten welche natuerlich 17 verschiedene Muecksprays, -pflaster, -amrbaender, -cremes und –raeucherstaebschen moegen oder auch nicht. Die Reisefreunde Tony und Michael hatten um die 100 Stische nur auf dem Ruecken und Romy bemerkte sehr sehr muerrisch am Morgen, „die bescheuerten Schweine haben mich sogar durch die Zeltwand gestochen und sind rueckwaerts durch die Maschen vom Mueckenfenster gekrochen“. Bei mir hielt sich das alles sehr in Grenzen. Glueck gehabt

Die folgendende Nacht verbrachten wir am Yellow Waters Fluss, welcher Drehort von dem Film Crocodile Dundee war und durch seine Fruchtbarkeit eine der artenreichsten Tiervielfalt des Landes bietet. Fuer viel Geld kann man eine Tour auf einem der ueberfuellten Boote machen und wohl unvergessliche Eindruecke sammeln. Wir taten dies nicht, sondern haben die nicht weniger beeindruckende Bootstour vor dem Kakadu gebucht und taten gut damit. Denn wir waren bis auf 2 weitere Personen die einzigen Gaeste auf der Sonnenuntergangstour und hatten demnach jede Menge Platz um die zahlreichen Krokodile, Voegel und Pflanzen von allen Seiten zu fotografieren. 

Die letzten Tage im Park verbrachten wir in einem Camp im Sueden. Die „Gunlom Falls“ sind das mit schoenste Spektakel was man im Kakadu erleben kann. Um dorthin zu gelangen muss man jedoch erstmal eine 30km lange, staubige Gravel- Road bewaeltigen. 2 Stunden und schweisstreibende Gebete, dass unser Auto das ueberlebt, spaeter entschaedigt eben dieser tolle Wasserfall. Ueber dunkle Felsenvorsprünge bahnt sich Wasser seinen Weg, 100m hinab in die Tiefe und endet in einem wunderschoenen See, welcher sich in gruen- blauen Farbtoenen in einem weissen Strand bettet. Darueber hinaus bietet ein zwar steiler aber durchaus begehbarer Wanderweg  die Moeglichkeit, den Wasserfall zu besteigen. Oben angekommen eroeffnet sich eine fantastische Aussicht ueber den suedlichen Teil des Nationalparks. Zudem gibt es mehrere Ebenen mit kleinen Seen in denen man schwimmen und geniessen kann. 

Nach 2 Naechte hiess es aber auch hier wieder Zelte abbauen und eine der schoensten Erinnerungen dieser Reise im Gepaeck verstauen. Wieder 2 Stunden Gebete gen Autogott schicken und hoffen das wir nicht an einer Staublunge verenden.  

Am Abend sollte es dann eigentlich zum Abschied von Tony und Michael kommen aber eine Flasche Rum, eine Kiste Bier sowohl 2 Flachen Wein halfen uns diesen Gedanken auf den naechsten Tag zu verschieben und so kam es, dass uns zwar eine ganze Zeltplatzgemeinde nicht sonderlich gut gelaunt begruesste, aber wir eine zeitlang reichlich Spass hatten.


Die Fahrt in den Westen, die Ankunft in Broome und die traurige Verabschiedung von Romy

Nun war es also soweit, Stephan, Romy und ich duesten in unsere letzte gemeinsame Etappe. Ziel war Broome, eine am indischen Ozean gelegene Region welche 1557km entfernt liegt. Erneut 3 Tage Fahrt durch unwirklich erscheinende Landschaftsformen,  durch kleine Orte wo man als sich Europaer die Frage stellt „Wuerdest du hier wohnen wollen?“ und durch die wahrscheinlich unglaublichste Grenzkontrolle der Welt. Man darf naemlich beim ueberqueren der Grenze vom „Northern Territory“ hinein nach „Western Australie“ kein Obst und Gemuese einfuehren. Warum und weshalb? Hygienevorschriften und die Angst vor der gemeinen Obstfliege. Wir erwiesen uns jedoch als gute Schmuggler und konnten unser Obst wohlbehalten nach „Western Australia“ einfuehren. Was wir bis dahin jedoch nicht wussten, war das wir kein Gemuese transportieren durften und so kam es das unser Blumenkohl, die wenigen Tomaten und Paprika den Weg in Tonne fanden. Eine Strafe bekamen wir dafuer jedoch nicht, da wir glaubhaft versicherten von der Gemuesebestimmung nix gewusst zu haben. 

Nach 3 Tagen war es dann soweit, wir erreichten Broome und waren geradewegs verzaubert. Es war wie ich es mir vorgestellt hatte. Ein kleiner Ort mit familierer Atmosphaere und zudem einem Strand der in der Welt zu den schoensten zaehlt. Hier wollten wir unbedingt laenger bleiben und uns ein wenig sesshaft machen, bevor es weiter in Richtung Sueden gehen soll. 

Das Glueck war uns auch diesmal treu und so bekamen wir nicht einmal eine Woche nach unserer Ankunft einen Job im besten Resort Australiens. Wir sind seitdem verantwortlich fuer die Minibars in den einzelnen Zimmern/Bungalows als auch fuer die 2 Poollandschaften. Zudem fanden wir 2 Tage spaeter ein Zimmer in einem Haus welches nur 4 Radfahrminuten vom Resort und auch vom Strand entfernt ist. 

Die einzige truebe Situation erlebten wir bisher als Romy dann am 29.7.2011 die Heimfahrt antrat und uns, besonders mir, damit eine lange Reisebegleidung adieu sagte. Wie bereits gesagt, auf Reisen ist abschied nehmen auch Bestandteil vom Grossen Kuchen. Wir koennen jedoch sagen, dass wir beide hier auch Freundschaften gefunden haben, welche wir daheim wohl so nie gemacht haetten. Ich spreche dabei gezielt auf Ronny, Romy und Tony an, grossartige Menschen.

Ich moechte zu diesem letzten Abschnitt noch ein wenig ueber Broome erzaehlen, denn ich merke gerade das dies etwas unter geht. 

Broome ist fantastisch und waere es nicht so weit von allem entfernt wuerde ich sagen, kommt her und schaut es euch an! Jedoch liegt es im Nirgendwo und das ist es was es wohl so besonders macht. Der Strand (Cable Beach) ist mein Wohnzimmer geworden. Jeden Tag versuchen wir zumindest fuer 2, 3 Stunden diesen Teil von Broome zu geniessen. Weisser Strand, tuerkis blaues Wasser mit einem Sonnenuntergang im Meer wie es ihn wohl nicht oft gibt. Jeden Tag seit wir hin sind haben wir das selbe Wetter. 35 Grad, keine bis kaum Wolken am Himmel und eine leichte Brise vom Land kommend. Manche wuerden dies vielleicht als langweilig bezeichnen, aber ich kann nur sagen, „es ist genau mein Ding“. 

Ich koennte hier noch weitere Superlative aufzaehlen aber ich habe nun Erbahrmen mit Euch.
Dies waren nun die letzten Monate von Maerz bis September (Stand 2.09.2011) welche ich versucht habe in kuerzester Form niederzuschreiben. Es waren aus meiner Sicht Monate voelliger Entbehrungen und Kampf aber auch Monate voller Freude und Freunden. Daran haben nicht nur die Menschen Anteil mit welchen ich meine Tage in Australien teile, sondern auch diese die daheim sind und durch ihre Freundschaft in meinem Herzen ein Teil dieser Reise sind.

Bleibt schoen gesund und munter!
Bis bald Euer Robert

Bilder:



Darwin und die 2 Nationalparks (Lichtfield und Kakadu)


Hafen in Darwin
schoenes altes Haus in Darwin
Fotowettbewerb auf der Sunset-Tour (Kakadu)
Ubir #1 - an schoenen Plaetzen ist man nie allein (Kakadu)
Ubir #2 - alle wollen das selbe Bild, zur selben Zeit (Kakadu)
Ubir #3 - wie z.B. dieses (Kakadu)
Ubir #4 - 140 Stiche in einer Nacht und wir
zaehlten "nur" die auf dem Ruecken (Kakadu)
Gunlom Falls von unten (Kakadu)
Klein Rumaenien #1 (Lichtfield)

Klein Rumaenien #2 (Lichtfield)
Wasserfall #1 (Lichtfield)
Wasserfall #2 (Lichtfield)
Wasserfall #3 (Lichtfield)
Abschiedsfeier
Michael, Tony (vorn), Robert, Romy und Stephan
 Broome
 
sehr schoenes altes Kino
wir backen unser Roggenbrot nun selbst (Fresssack)
Cable Beach am fruehen Morgen
Kameltour am Cable Beach

Mein Drahtesel und ich an unserem liebsten Ort
Smile?

Cable Beach again and again -Traumhaft-
Die rassante Fahrt von Charters Towers bis nach Darwin

Kein Scherz!!!
1x Garnelenboot fuer 3 Monate bitte!!!
 
Auf Geht's!!!

boeser Beifang

waere mal boese geworden
Objekte der Begierde

-40 Grad
Bruecke auf der Perpetua



Ruhe vor dem Sturm
Mitfahrgelegenheit

 Morning Glory